
Wie man selber Samen gewinnt und leckere Gemüse und Obst Raritäten kulinarisch verwendet.

Das
55PLUS-magazin im Interview mit Frau Mag. Beate Koller, Geschäftsführerin
Arche Noah, zum Thema
Gemüse- und
Apfelraritäten und eigene
Samengewinnung am Beispiel
Salat:
Diese große, rankende Pflanze, die man im Hintergrund sieht, das ist die
Scheibengurke. Es ist eine amerikanische, eine
südamerikansiche Kulturpflanze, die sich aber auch bei uns im Garten oder auf dem Balkon sehr gut anpflanzen lässt. Von der Kultur her ist sie der Gurke vergleichbar, das heißt man sollte sie vorziehen und nach den letzten Frösten dann auspflanzen und gut mit Nährstoffen und Wasser versorgen. Sie ist nicht nur eine attraktive Kletterpflanze, sondern kann auch kulinarisch verwendet werden. In der Küche, entweder unreif, einfach als Dunstgemüse oder auch roh, wie eine normale Gurke. Wenn die Früchte dann größer werden, werden sie innen hohl. Man kann sie aufschneiden, die Samen herausnehmen und stattdessen zum Beispiel Reis, Gemüse oder Faschiertes (Hackfleisch) einfüllen. Dann einfach ins Rohr schieben und backen. Vielleicht noch eine leckere Sauce dazu machen und ist ein feines, sommerliches Gemüsegericht.

Bis vor 150 Jahren gab es weder eine professionelle
Pflanzenzüchtung noch
Samen zu kaufen und es war ganz normal, dass Gärtner und Gärtnerinnen und Bauern und Bäuerinnen ihre Samen selbst gewonnen und wieder verwendet haben oder sie in ihrer Region untereinander ausgetauscht haben. Diese eigene
Saatgutvermehrung ist etwas ganz wichtiges um die Vielfalt der
Kulturpflanzen auch für die Zukunft zu erhalten. Und es ist auch oft ganz einfach und macht auch viel Spaß. Deswegen wollen wir wirklich Menschen dazu motivieren, sich auch selbst wieder darüber zu trauen, eigenes
Saatgut im Garten zu gewinnen. Ich stehe hier vor
Samenträgern von
Salat. Man sieht, dass die Samen teilweise schon reif sind.
Ähnlich wie beim Löwenzahn bildet der
Salat Samen an solchen Schirmchen aus und wenn man das jetzt hier vorsichtig ausklopft, dann sieht man hier schon die Salatsamen. Man kann die Samen zwischendurch auch einfach ernten in dem man einen Kübel nimmt und die Salatpflanze so drüber schüttelt und dann fallen die reifen Samen in den Kübel und die noch nicht reif sind können noch weiter ausreifen.

Und das ist wirklich etwas was sich fast in jedem Hausgarten bewerkstelligen lässt. Das einzige worauf man achten muss ist, dass man die schönsten Salate zur Blüte kommen lässt, also die die man eigentlich am liebsten essen würde soll man stehen lassen und aus denen soll man dann die Samen verwenden, damit wirklich die besten Eigenschaften an die nächsten Pflanzengenerationen weiter gegeben werden. Umgekehrt wenn man von den Pflanzen, die als erstes schießen diese Samen nimmt, weil man sie eh nicht mehr essen kann, dann züchtet man, ohne es zu wollen, eine immer früher schießende Salatsorte. Ein kleiner Tipp von
Arche Noah für die
Salatsamen Gewinnung.

Die Verwandtschaft der
Litschitomate mit den Tomaten und Erdäpfeln sieht man auch an den Kartoffel ähnlichen Blüten. Die Frucht schmeckt aber nicht nach Litschis, sondern eigentlich eher nach Kirsche und ist ein feines Naschobst, nur Achtung beim Ernten, es ist eine sehr stachelige Pflanze, aber überzeugt durch ihren feinen Geschmack.
Diese alte
Apfelsorte, der
Ribston Pepping ist eine von 2.000 verschiedenen Apfelsorten, die früher in Österreich gewachsen sind. Heute sind es nur noch wenige hundert, die man in Österreich finden kann und viel weniger gelangen wirklich auf dem Markt und in die Handelsregale. Auch viele der Hochstammbäume verschwinden, viele Streuobstwiesen, was natürlich auch für viele Tiere und Pflanzen, nicht nur für die alten Obstsorten, ein großer Verlust ist.
Die
Arche Noah ist ja immer noch auf der Suche nach alten und fast vergessenen
Obstsorten in Österreich. Und tatsächlich findet man immer wieder ganz lokale Sorten, die meistens als
Sämlinge entstanden sind, weil es früher üblich war, auch aus
Apfelsamen kleine Bäumchen zu ziehen und die dann für
Mostobst zu verwenden. Und dabei sind auch immer wieder interessante Sorten entstanden, die dann von den Bauern weiter veredelt und weiter behalten wurden. Das können oft ganz lokale Sorten sein, die man wirklich nirgends woanders findet. Und wir finden es als eine wichtige Aufgabe, diese Sorten zu finden und abzusichern, auch in Zusammenarbeit mit Baumschulen, bevor sie endgültig verloren gehen.
55PLUS-magazin unterstützt die Idee von
Arche Noah. Der Besuch des
Arche Noah Schaugartens in
Schiltern bei Langenlois in Niederösterreich ist nicht nur ein toller Ausflug für die ganze Familie, sondern eine unschätzbare Bereicherung für das Wissen des Lebens und der Nahrung.
Mehr Informationen erhalten SIe auf der Website von Arche Noah:
www.arche-noah.at produced by 55PLUS Medien © MMXII
Sehen Sie auch:
